Was ist Rollenspiel?

Der Begriff Rollenspiel ist sehr weit gefächert und ohne eine nähere Definition, verstehen die meisten Leute unter dem Begriff Rollenspiel etwas anderes. Die einen kennen das Rollenspiel aus der Schule oder aus der Vorbereitung eines Bewerbungsgesprächs, in dem man so tut als ob man diese oder jene Person in einer bestimmten Situation sei. Die anderen kennen das Rollenspiel als Computer-Genre, in dem sie einen Charakter in einer virtuelle Welt spielen.

Das Rollenspiel, welches ich hier versuchen möchte zu beschreiben, nennt sich neudeutsch Pen&Paper-Rollenspiel und kommt im Großen und Ganzen nur mit Stift und Papier aus. Ein weiteres wichtiges Untensil ist der Würfel, welcher in den meisten Fällen nicht nur 6 Seiten aufweist. Für Gewöhnlich werden Spielwürfel mit 4, 6, 8, 10, 12 und 20 Seiten verwendet.

Pen&Paper-Rollenspiel ist erster Linie ein Gesellschaftsspiel, zu dem sich in der Regel 3-6 Personen für mehrere Stunden treffen, ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Spieleabend. Jeder der Spieler verkörpert in dieser Zeit einen Helden oder einfacher gesagt einen Charakter mit bestimmten Eigenschaften, die alle auf dem Heldenbogen vermerkt sind. Das Rollenspiel findet in der Konversation zwischen den Spielern statt. Es werden keinerlei Kostüme, Requisiten oder großes körperliches Schauspiel benötigt, da sich jeder die Situation im Kopf vorstellt.

Neben den Spielern gibt es einen Spielleiter oder auch Meister genannt, welcher die Spielleitung übernimmt. Er ist der einzige, der sich im Vorfeld einen Plot überlegt und somit eine grobe Richtung des Abends plant. Der Spielleiter übernimmt hierbei nicht die alleinige Rolle des Geschichtenerzählers, denn die Spieler und ihre Charaktere können den Ausgang der Geschichte maßgeblich mitentscheiden. Den Spielern steht es frei, zu tun und zu lassen was ihnen beliebt als wäre es ein interaktiver Film, der auf keiner Leinwand, sondern als eine Art Kopfkino stattfindet. Das Drehbuch wird erst mit dem (Rollen-)Spielen geschrieben.

Die Spieler bewegen sich bzw. ihre Helden durch eine Welt, die so unterschiedlich sein kann wie es Filme oder Bücher gibt. Es gibt Rollenspiele, die im Star Wars Universum stattfinden oder im uns bekannten Mittelalter … alles ist möglich! Die Spieler sehen sich einer Welt und ihrer Bewohner konfrontiert, die alle vom Spielleiter verkörpert und beschrieben werden. Er verkörpert den gejagten Bösewicht oder den Passanten, schlüpft in ihre Rolle und tritt somit in Konversation mit den Spieler und ihre Helden. Des weiteren beschreibt er die Umgebung und formt in den Köpfen der Spieler zum Beispiel das Bild der Stadt, in der sie sich gerade befinden. Da die Spieler sich frei bewegen können und quasi jeden ansprechen können und überall hingehen können, muss der Spielleiter ein großes Maß an Improvisationskunst besitzen, um die neue Situation zu beschreiben und somit auf die Wünsche der Spieler einzugehen.

Ob ein Vorhaben eines Spielers von Erfolg gekrönt ist, bleibt nicht allein der Meisterwillkür überlassen, sondern ist von den Werten und Eigenschaften des Charakters abhängig. Jeder Charakter/Held hat Werte, für all seine Fähigkeiten, die in bestimmten Situation mit einer Würfelprobe über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. So kann zum Beispiel ein Würfelwurf darüber entscheiden, ob der Charakter stark genug ist, um die Tür einzutreten oder das Armdrücken zu gewinnen.

Es gibt am Ende des Abend keinen Gewinner oder Verlierer. Die Hauptsache ist, dass jeder Spaß am Rollenspiel hatte und das Abenteuer für alle einen gewünschten Verlauf genommen hat.

Unten ein gutes Beispiel vom Friedensbringer, wie man Interessierten erklärt was Rollenspiel ist und das ganze gleich anwendet.

Rollenspiel ist nicht gleich Rollenspiel, wie die folgende Doku beschreibt. Leider wird kaum auf den eigentlich Ablauf einer Pen’n'Paper-Runde eingegangen.