Eiszeit

Wir beginnen die Geschichte nicht bei den Helden, sondern auf der orkischen Seite. Die Spieler schlüpften zu Beginn des Abends in die Rollen von Orks aus einer Elite-Garde von Khosorak, die damit betraut war, ein gestohlene Artefakt zu suchen. In den vergangenen Abenteuern der Helden kam heraus, dass die Moreno-Brüder den Orks das Graureiter-Artefakt geklaut hatten, ein zerstörerisches Werkzeug, welches in letzter Zeit häufig den Besitzer gewechselt hatte.

Die acht Orks befanden sich in St. Frohnberg und konnten, dank einiger schlagkräftigen Argumente (und einer Leiche) herausfinden, dass die Morenos am Abend auf einem Anwesen in der Stadt zum Wochenmarkt der Diebesgilde gehen würden. Das Anwesen war geschützt mit einer niedrigen Mauer und nur am Haupteingang standen Wachen, die jeden kontrollierten. Die Gruppe umrundete das Anwesen und stieg an einer abgelegenen Stelle über die Mauer, erledigte zwei Bluthunde und eine Wache und schlich bis zur Stadtvilla vor. Dort waren viele “Geschäftsmänner”, die in bewachten Räumlichkeiten ihre jeweiligen Handel abschlossen. Just in dem Moment, als die Orks an der Häuserwand in Deckung gingen, öffnete einer der Moreno-Brüder das Fenster. Ab hier ging alles rasend schnell. Über zwei Räuberleitern sprangen die Orks paarweise in den Raum und überraschten die Moreno-Brüder, deren beiden Handelspartner und insgesamt vier Wachen. Nicht einmal 20 Sekunden später war jeder von ihnen tot oder vom Bac’tar gelähmt, so dass die Orks mit dem gesuchten Artefakt fliehen konnten.

Am nächsten Tag versammelten sich die Orks und ein Schamane mit dem Artefakt mitten in der Stadt und aktivierten es. Hunderte von Bewohnern kamen hierbei ums Leben. Im Wirkungsradius waren nicht nur Wohnhäuser, sondern auch der Hauptsitz der Garde und der Lufthafen.

Die Helden Precznak, Quon, Borou und Marius waren derzeit in Goldenau und kurierten ihre Wunden als sie die Nachricht aus St. Frohnberg erreichte. In der Stadt begannen die Leibeigenen mit den Vorbereitungen für den bevorstehenden Krieg, als Quon einen jungen Botenreiter sah, der von seinem Meister geohrfeigt wurde. Der Junge war mit der Aufgabe betraut, einen Brief des Reiterkönigs an eine benachbarte Zwergensippe zu überbringen. Plötzlich aufkommender Nebel und ein “Monster”, welches das Pferd des Boten niederstreckte, ließen das Vorhaben scheitern. So kam es das Marius sich als Aushilfsreiter verdingte und gemeinsam mit seinen Weggefährten zu Gorrons Sippe reitete. Mit dabei der Cipetriner Quintus, den Precznak und Borou bereits aus dem Hospital kannten. Da Precznak kein Pferd tragen würde, schnallten sie ihr kürzlich erobertes Luftboot an die angemieteten Pferde und nutzen es als fliegenden Kutschbock.

Einen Tag später, die Berge waren nicht mehr weit, begann es wirklich nebliger zu werden. Mit jedem Schritt in Richtung Zwergensippe wurde der Nebel dichter und es wurde vor allem deutlich kälter. Das knacken entwurzelter Bäume ließ die Helden verharren, aber man konnte im Nebel leider nichts erkennen. Die Helden setzten ihren Schritt rascher fort als es plötzlich anfing zu schneien. Immer mehr türmte sich der Schnee zu ihren Füßen auf bis sie schließlich ein paar Stunden später vor einer Schnee- und Gerölllawine zum stehen kamen. Der einzige Weg an diesem Hindernis vorbei ging über den Hang des Tals, in dem sie wanderten. Nach mehreren Metern durch das nicht enden wollende Weiß brach der Schnee unter den Helden zusammen und sie purzelten ins Tal … direkt zum Eingang der Zwergenhöhlen.

Bergkönig Gorron VII. empfing die Helden so freundlich wie er es in diesen schlechten Zeiten vermochte. Die gesamte Sippe von knapp 100 Zwergen war in einer behelfsmäßigen Höhle zusammengekommen um die Wärme der wenigen Feuer zu nutzen. Das Essen und Brennholz wurde langsam knapp. Die Zwerge waren der Meinung, dass der plötzlich aufkommende Winter mit den verbalen Konflikten mit dem ansässigen Druiden zusammenhingen. Sie schoben dem Druiden die Schuld zu, da er kurz nach dem ersten Schneefall verschwunden war.

Die Helden statteten der Hütte des Druiden einen Besuch ab, fanden hier jedoch nur ein paar Eisgoblins, die sofort das weite suchten. Auf dem Rückweg bemerkte Quintus eine erfrorene T’skrang-Leiche. Trotz der schweren Winterkleidung wurde die Echse von der Kälte überrascht. Später fanden die Helden eine weitere Leiche, die entweder der Priester- oder Magierkaste angehören musste.

Ihr zwergischer Führer gab den Helden den Rat, bei den “Klippen” nach der Ursache für die Kälte zu suchen, denn diesen Ort hatten die Zwerge nicht durchsucht, da sie aufgrund eines tragischen geschichtlichen Ereignisses nicht mehr aufsuchen. Vor knapp hundert Jahren wurde die gesamte alte Wohnhöhle mit herein strömenden Wasser überflutet und zahlreiche Zwerge kamen ums leben.

Die Helden wanderten gerade zurück zur Binge als sie Kampfeslärm vernahmen. Eine Gruppe Zwerge kämpfte vor dem Eingang zur Binge mit einem meterhohen Frostriesen. Quon warf beherzt einen Schneeball auf den Riesen und verschaffte den Zwergen die nötige Zeit zur Flucht in die Höhlen. Precznak rannte auf den Riesen zu, konnte seinem Gegner jedoch keinen Schaden zufügen. Marius’ Flammenzauber hingegen brachte das Monstrum ins Wanken, als Borous Glückstreffer mitten ins Auge ihn zu Fall brachte.

Nach den vielen Glückwünschen an den Riesentöter, wurden die Helden von ihrem Führer tiefer in den Berg geführt, wo sie bei den Klippen auf sich allein gestellt wurden. Die überfluteten und zugefrorenen Hallen konnte man nur kriechender Weise durch Verbindungsgänge erreichen, wo ein Eiselementar sich selbst vor der Wärme der Ölfunzel beschützen wollte und den Helden die Lampen aus der Hand schlug. Den Helden eröffnete sich ein atemberaubender Anblick als sie übers Eis durch die riesige Wohnhöhle liefen.

Alter Bereich in Gorron's Binge

In einer alten Festhalle konnten die Helden den Grund für die Kälte ausmachen: Ein göttliches Artefakt einer alten, bereits untergegangenen, Gottheit war hier in einer großen Wasserfontäne festgefroren. Bei dem Relikt handelte es sich einen Eiszepter, von dem die Kälte ausging. Das Zepter wurde durch den Einsturz eines, über dieser Höhle liegenden, Raumes nach unten gerissen und fror das Wasser in wenigen Augenblicken zu Eis ein. Die Kammer, in der das Zepter verwahrt war, wurde von ihrem Erschaffer zugemauert und sollte dieses verheerende Artefakt vor der Umwelt bewahren. Die Helden entfachten in einer eigens dafür errichteten Schale erneut das ewige Feuer, in dem das Zepter seine Kraft verlor.

Die Helden fanden außerdem einen weiteren Ausgang aus den Höhlen und sahen von hier in ein Tal hinab, wo hunderte von Orks eine Art Völkerwanderung gen Süden unternahmen.

Aber vorerst musste die ausgezehrten Zwerge zu ihrer alten Kraft finden, bevor man den Menschen in St. Frohnberg zur Hilfe eilen könnte.

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